Alles beginnt heute.               

         

 

Dr. Beate Winkler war die erste weibliche Direktorin einer EU-Agentur. Sie stand über viele Jahre der Menschensrechtsagentur vor, nachdem sie diese aufgebaut hatte.
Den einleitenden Text zum Buch schrieb Stéphane Hessel, vielen bekannt durch seine Bücher „Empört Euch!“ und „Engagiert Euch!“.

Veränderung, Lebensumbrüche sind schon längere Zeit mein Thema. Daher sprach mich der Titel des Buches sofort an. Als ich dann die Infos über Autorin und Buch las, kaufte ich es kurzentschlossen.

Beate Winkler bringt langjährige  berufliche Erfahrung aus dem Change-Management und hochkarätige Kontakte aus Politik und Wirtschaft mit.
In ihrem Buch finden sich persönliche Berichte über ihre berufliche Veränderung, die sie zunächst in eine Krise führte. Eigene Kurzgeschichten und Bilder untermalen und dokumentieren die künstlerische Entfaltung Beate Winklers, nach ihrem beruflichen Erfolg in einer männlich geprägten Arbeitswelt. Statements bekannter Persönlichkeiten wie Gerald Hüther, Rita Süssmuth oder Marianne Koch, über den Umgang mit Krisen und Veränderungen im Leben, ergänzen auf interessante Weise die Erfahrungen von Beate Winkler.

Trotz der abwechslungsreichen Mischung aus Erfahrungsbericht(en), künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Thema und Anregungen für die Leser mit eigenen Umbrüchen konstruktiv und kreativ umzugehen, bin ich nicht recht warm geworden mit dem Buch.

Beate Winkler wagt es, sich auch in ihrer Verletzlichkeit zu zeigen, sie öffnet sich den LeserInnen in der Veröffentlichung innerster Prozesse. Dafür sei ihr Respekt gezollt. Leider aber hat mich das Buch nur auf der intellektuellen Ebene erreichen können. Der Funke wollte einfach nicht überspringen. Das mag an der Sprache Beate Winklers liegen, der man die langjährige Arbeit auf politischer Ebene noch anmerkt.

Trotzdem empfehle ich das Buch all denen, die Orientierung in einer Lebenskrise oder in Zeiten der Veränderung suchen. Es kann durchaus gute Anregungen geben. Interessant zu lesen ist es allemal.

   

Mütterbilder

Claudia Holst (Hg.in)

Dieses Buch aus dem Christel Göttert Verlag gibt Müttern mit Poesie, Prosa und gestalteter Kunst eine Stimme. Die Mütterlichkeit steht gesellschaftlich nicht besonders hoch im Kurs. Auch oft bei den Müttern selbst. Das ist nicht verwunderlich, denn viel zu oft werden mütterliches Verhalten und Gefühle als altbacken und gluckenhaft verunglimpft und damit lächerlich gemacht.
Claudia Holst zeigt als Herausgeberin der Mütterbilder eine große Bandbreite mütterlicher Gefühle und Selbst-Bilder. Sie ist Psychologin und Mutter von fünf Kindern und sammelt, inspiriert durch ihre Arbeit und ihr eigenes Muttersein, seit Jahren Müttergeschichten und -bilder. Dabei fiel ihr auf, wie wenig davon an die Öffentlichkeit dringt. Claudia Holst ist davon überzeugt, dass sich politisch und gesellschaftlich für Frauen nichts bewegen wird, wenn wir zu Bereichen schweigen, die so existenziell mit unserem Sein verbunden sind, wie unsere Mütterlichkeit. Dem kann ich nur zustimmen.
Wie in einem der Texte zu lesen ist: Mütterliche Beziehungen sind selbstverständlich und schienen mir bisher kaum Worte wert, obgleich sie doch die Basis meines Lebens darstellen!

So verschieden sind die Texte und Gedichte der Mütter. Sie erzählen von glücklichen Erinnerungen, namenlosen Entsetzen, tiefer, bedingungsloser Liebe, Ängsten, Wut und Trauer. Mütterliche Beziehungen - Beziehungen zur eigenen Mutter und Großmutter und natürlich zu den Kindern oder auch gegenüber dem Partner, Freundinnen oder im Ehrenamt - als haltende, verbindende Basis des Lebens.

Im Lesen tauchte ich ein in die Geschichten anderer Mütter, ihrer Erinnerungen, ihrer Spuren. Ich habe gestaunt über die Vielfalt der Mütterbilder, aber mich auch oft wiedergefunden und gespiegelt gesehen, verbunden gefühlt im Mutter- aber auch im Tochter- und Enkelinsein. Jede eine Perle in einer endlosen Kette der Mütterlichkeit. Auch die Abbildungen der Kunstwerke so unterschiedlich wie die Texte. Mein Lieblingsbild ist die Zeichnung einer Muttergöttin in zarten Pastellfarben, gekrönt und aus einer Spirale emporsteigend.

Der Christel Göttert Verlag verlegt Bücher von Frauen für die Welt. Die Verlegerin, deren Namen der Verlag trägt, zeigt seit der Gründung 1992 bis heute die Unterschiedlichkeit von Frauen und die Vielfalt weiblichen Schaffens und Denkens. Im Verlagsprogramm finden sich immer wieder solche Perlen wie dieses Buch. Es ist ein Lesebuch, ein Buch, das wir immer wieder zur Hand nehmen und uns als Mütter stärken können. Mit dem Wissen: es war, es ist, es wird sein und wir sind Mitschöpferinnen.